
Chico Freeman
Gleich einer frisch gefegten Kammer fassten die drei Österreichische Musiker des Fritz Pauer Trios die Stimme
Chico Freemans. Klassisch modern,straight und gleich auf`das Hardbopplateau ging es zu Anfang. In der wohldosierten Aufmerksamkeit um ihn konnte Freeman mit kantigen kurzen Flächen dennoch Reibungshitze herstellen, fein dosiert. Johannes Strasser spielte einen durchgängig runden vollen Bass,Pauer, oft in sich den Tasten zugewendet klang anfangs introspektiv und Joris Dudli an den Drums spielte in großer Einfachheit, die des öfteren im hölzern Schlichten hängen blieb. Die körperlos oratorische Rezeptionshaltung des Publikums korrespondierte mit der Verhaltenheit des Trios. Pauer spielt eine großartige Linke, komplexe Chords schieben virtuos, feine Linien steigen gegenüber. Artig war es dennoch ein wenig, im Schatten des Meisters, ganz Verfolger, blühte es am inspiriertesten. Strasser am Bass spielte beeindruckend unbeeindruckt, das fetzte und zog, schien aber nicht auf Interaktion aus. Schüchternes Cool im Bop, eher ungewollt, nostalgisch. Mc Coy Tyners „quiet time“ stammte wie die meisten Stücke von der aktuellen CD, man spielte Kompositionen von Pauer und von Freeman. Das Trio um F. Pauer schien ganz in der dienenden Rolle aufzugehen, man legte solide Fundamente für die Stimme eines großen Namen, wattierte gleichsam den Auftritt des Stars, miteinander spielen klingt anders.
Chico erzählt Geschichten von Geld und Musikern und versichert, dass es hier so ist wie es sein soll:
eine Anerkennung des Künstlers, die Kohle geht an die Musiker. Dann “dark blue“ ein Tribut an Ellington. Wie Duke selbst öffnet Pauer das tief im Bass, geht ins Blaue und Freeman fast layed back in Swing, um unverfolgbar elegant durchs modale ins free zu gehen. Ein großer Ton war zu hören, aus der Gelassenheit der Geschichte,bar jeden Drucks, mit schöner Zeit. Im Zauber des Einfachen dann „teardrop in the rain“ weit und sonor der Ton Freemans auch im Atem nahen pianissimo, wie trockene Seide. Nach anfänglicher Verhaltenheit zeigte der von europäischer Contenance umspielte Freeman dann den Kosmos seines Saxofons, das facettenreiche Spektrum seiner Ausdrucksmöglichkeiten bis hin zu kurz blitzenden Freeeskapaden, zart und heiß, ungestüm kraftvoll, hochenergetisch gewölbefüllend, in geschmeidig vollmundigen Linien und feinsten pianonuancen. Gleich einem Destilat diverser Stile und Jahrzehnte, verdichtet in wenigen Augenblicken klang das, eingeschmolzen und gewachsen in einer einzigartigen Stimme. Ein wenig streifte da die Jazzgeschichte durchs Freiburger Jazzhaus, hier spielte einer der dabei war, der sie mitgestaltet hat, allein dieser Ton barg eine abendfüllende Faszination.